Wenn man einem widerspenstigen Kind alles durchgehen lässt, und das Kind lernt nie aus den Folgen beziehungsweise Strafen richtiges Verhalten, dann legt man den Grundstein für einen im späteren Leben unbrauchbaren Erwachsenen.
Im Fall von Griechenland ist das nicht anders. Jahrzehntelang verschleuderte eine Regierung nach der anderen das Geld der Steuerzahler sowie das Geld, das sich der griechische Staat anderweitig ausleihen musste. Wie immer im Leben, wenn man in Saus und Braus dahinlebt, kommt irgendwann einmal der Zeitpunkt, wo man zur Kassa gebeten wird.
Das Problem ist so alt, wie die Finanzgeschichte der Menschheit selbst: Es ist immer leichter, das Geld von anderen auszugeben. Griechenland, so wie viele andere linksgerichtete Staaten, hat sich einen riesigen Versorgerstaat aufgebaut, wo der Staat, die Beamten und die Gewerkschaften den Ton an- und vorgeben.
Dieser ideologische Trugschluss, im englischen als “Big Government” bezeichnet, führt immer, und zwar ohne Ausnahme, zur Katastrophe. Wie ein gutes, altes Sprichwort uns gelehrt hat: Der Krug geht so lange zum Brunnen, bis er bricht. Man ersetze darin nun Krug durch Amphore, und schon hat man eine treffende Beschreibung der Probleme Griechenlands.
Weil die Deutschen, sowohl in ihren Medien als auch von Regierungsseite, überhaupt nicht bereit sind, für die Fehler anderer zu zahlen, regen sich die Griechen auf und zeigen sich hinsichtlich der Europäischen Union enttäuscht. “Wir dachten, die EU sei eine Gemeinschaft der Brüderlichkeit”, jammern sie nun in einem nur dürftig kaschierten Aufruf zum Kommunismus.
Zu viel Regierung ist immer ungesund, denn einerseits bedeutet dies, dass der Staat im Leben eines jeden Einzelnen eine immer größere Rolle spielt, und andererseits, dass all diese verschiedenen Programme und Regierungsaufgaben immer mehr Geld verschlingen. Das geht immer ins Auge, und die Tatsachen sprechen für sich. Kein Land mit einem Übermaß an Regierung und Staatsausgaben ist je wirklich erfolgreich gewesen.
Es verwundert daher nicht, dass die USA innerhalb eines Augenzwinkerns in der Geschichte zu einer Supermacht heranwuchsen, während die traditionellen Sozialstaaten, wie beispielsweise die skandinavischen Länder, es nie auch nur annähernd zu einer global führenden Position gebracht haben.
Griechenland wird nur dann seine Fehler korrigieren und sich nachhaltig zur Sparsamkeit bekennen, wenn es gezwungen wird, die Konsequenzen seiner verschwenderischen Handlungen selbst zu bewältigen, anstatt sich auf die HIlfe anderer zu verlassen.
Wie ein verzogener Fratz muss Griechenland nun eine harte und schmerzvolle Lektion lernen, denn nur so kann sie fruchten. Im äußersten Fall wäre sogar Griechenlands Ausschluss aus dem Euro beziehungsweise der ganzen EU durchaus in Erwägung zu ziehen, denn nur eine Strafe, die schmerzhaft in Erinnerung bleibt, ist eine wirkungsvolle Sanktion sowie ein hervorragendes Abschreckmittel für andere, die sich auf demselben schicksalshaften Pfad wie Griechenland befinden.